Stadtmitte
   

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"Gelangt mal irgendwie zum Hospitalhof, oder -Platz, oder so": Originalton Thorsten. Er war offenkundig ortsfremd. Die Ortsangabe war riskant ungenau. Nirgends gab es ein Papier, auf dem ein Ortskundiger uns den Drehort gut findbar beschrieben hätte ("gegenüber dem Renitenztheater"). Es gab keine Planung, WIE wir von den Weinbergen in die Stadt gelangen sollten ("ihr seid doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das wird doch möglich sein, oder?"). Wir fuhren mit den Wagen der drei Komparsen, die entgegen der Empfehlung auf unserem Info-Papier gehandelt hatten ("Nutzen Sie nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel") da hin.

Super-wurschtig ist sowas: Da verlassen sich überforderte Gestalten darauf, dass der Dreh schon irgendwie klappt. Ich weiß: Im Interesse am Film sorgen nachgeordnete Gestalten durch Improvisation und deutlich mehr Arbeit, als sie bei Planung erforderlich gewesen wäre, dafür, dass trotz solcher Wurschtigkeit der Tagesplan irgendwie halbwegs zum Ziel geschleppt wird. Aber "Die große Panne wird kommen, und die Falschen werden als schuldig bezeichnet, und die Schuldigen werden sich herausreden".

Ach je, und da ist sie wieder: Die muslimische Familie in jedem politisch korrekten Film, also auch bei "Stadt in Angst". Im Sonntags-Look, so falsch wie die sympathische akkurate Polizei. Und deutlich NICHT auf Augenhöhe mit einem typischen Stadtbewohner, wie ihn hier ein Komparse darstellt. Sie sind trennend anders. Ein Weg von hüben nach drüben ist nach meinem Gefühl nicht in Aussicht. Wir haben es ein wenig versucht, es wurde zu den Gesprächsversuchen gelächelt, und dann war dieses Paar wieder unter sich in der Stadt, und unter vielen Gleichgesinnten ansonsten, ohne Kontakt zu typischen Stadtbewohnern, und erleichtert über das Getrenntbleiben.

Von da oben wurde die Totale gefilmt - eine Szene, in der die Polizei das muslimische Paar kontrolliert, und wir Komparsen die Passanten mimen.